Das Beste kommt noch, aber woher?
deutsch-französisches Theater-Atelier zur Entdeckung der eigenen theatralen Phantasie
mit Martin Horn, Edith Adam, Carsten Dane und Jean-Michel Brac
von 27. Dezember 1997 bis 4. Januar 1998 in La Bégude de Mazenc (Frankreich)
Die Teilnehmer dieses besonderen deutsch-französischen Theater-Ateliers ließen alle gelernten, angenommenen, für gut befundenen, wieder verworfenen, mühsam erlernten Schauspiel-Theorien hinter sich. Denn der Workshop bot angehenden SchauspielerInnen den Raum, in 9 Tagen das Potential aufzuspüren, das sie zu einer eigenen theatralen Form und Fantasie führte, um so die Selbständigkeit des kreativen Prozesses des Schauspielers zu unterstützen.
In Einzel- und Ensemblearbeit näherten sich die Teilnehmer mit Hilfe der Theaterautoren Beckett und Tschechow nach dem Motto "Scheitern - versuchen - scheitern - wieder versuchen - scheitern - besser versuchen" der eigenen theatralen Kreativität. Neben diesem Arbeitsschwerpunkt unter Leitung des Schauspielers und Regisseurs Martin Horn wurden im Rahmen des Ateliers aber noch weitere Schwerpunkte angeboten: Edith Adam kümmerte sich um das Körpertraining der jungen SchauspielerInnen, Carsten Dane war für den musikalischen Part zuständig. Ziel dieses Programms war es, den Teilnehmern durch den Wechsel der Ebenen permanent eine Herausforderung zu stellen. Alle drei Leiter schulten die Aufmerksamkeit der Teilnehmer; die Wachheit aller Sinne war gefragt: zum einen in Bezug auf die eigene körperliche Präsenz, zum anderen in Bezug auf die Aktionen der Mitspieler. Denn diese sensibilisierte Wahrnehmung der eigenen und fremden Präsenz stellt für Schauspieler die Basis für ein "waches" Spiel dar. Durch gemeinsam dicht erlebte Tage traten deutsch-französische Unterschiede vollständig in den Hintergrund. Rasch kristallisierte sich eine gemeinsame Ebene heraus, da das Thema des Ateliers alle gleichermaßen beschäftigte.
Künstlerische Leitung
Martin Horn (D)
beendete seine Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen 1987 und hatte seitdem Engagements unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Staatstheater Hannover und am Theater der Stadt Basel. Zum Zeitpunkt des Ateliers war Martin Horn am Schauspielhaus Hamburg engagiert. Neben seinen schauspielerischen Tätigkeiten führte er in mehreren Stücken Regie und wirkte in Film- und Fernsehproduktionen mit.
Jean-Marc Brac (F)
schloss 1989 seine künstlerische Ausbildung an der Chanson-Schule in Paris ab. Neben seiner musikalischen Ausbildung studierte er Germanistik und ließ sich zum Übersetzer und Dolmetscher ausbilden.


