Die Verlobung im Kloster
lyrisch-komische Oper von Sergej Prokofjew
31. März bis 15. April 2007 in Bayreuth
Musikalische Leitung: Nicolaus Richter
Inszenierung: Philippe Arlaud
Bei Sergej Prokofjews „Verlobung im Kloster" handelt es sich um eine auf
deutschen Bühnen bisher kaum gespielte Opernrarität. Zu Unrecht - bietet das
1940/41 entstandene Spätwerk Prokofjews neben der unterhaltsamen und fröhlichen
Handlung einer Opera buffa eine Musik, die in ihrer Vielgestaltigkeit
Spätromantik und Moderne verbindet. Dieses musikalisch höchst anspruchsvolle
Stück mit 17 solistischen Rollen, Chor und großem Orchester hatte sich das deutsch-französische
forum junger kunst in diesem Jahr für sein Musiktheater-Atelier vorgenommen.
Die Inszenierung übernahm erneut der französische Opernregisseur Philippe
Arlaud, die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen des Bayreuther
Dirigenten und Musikschuldirektors Nicolaus Richters.
Das Atelier richtete sich an junge Sänger und Musiker, an Bühnen- und
Kostümbildner, an Regie- und Dramaturgieassistenten - kurzum: an
Nachwuchskünstler aus allen Bereichen einer Opernproduktion. Die jungen Leute
aus Frankreich und Deutschland, aber auch aus Estland und der Tschechischen
Republik, erhielten die Gelegenheit, die lyrisch-komische Oper unter der
Leitung international erfolgreich tätiger Dozenten zu erarbeiten und dabei
wichtige und nachhaltige Erfahrungen im Kontext einer umfassenden
internationalen Produktion zu sammeln. Das Atelier begann am 24. März (für die
Solisten) bzw. am 31. März (für die Musiker) in Bayreuth, wo die Oper bis zum
15. April erarbeitet und dreimal in der Stadthalle Bayreuth aufgeführt wurde.
Am 24. März begannen 14 französische und deutsche Sänger mit der Einstudierung
der 17 solistischen Rollen. Die szenischen und musikalischen Proben unter der
Leitung von Philippe Arlaud und Nicolaus Richter fanden in den Räumlichkeiten
des Internationalen Jugendkulturzentrums statt.
Am 31. März reisten die Musiker und die Choristen aus Frankreich, Deutschland, Estland und der Tschechischen Republik an. Die Orchesterproben unter der Leitung Nicolaus Richters und die Chorproben unter der Leitung Luboš Hánas konnten - parallel zu den weiterhin durchgeführten szenischen Proben der Solisten - beginnen.
In den Werkstätten des ZENTRUM nahm die Kostümbildnerin
Odile Hautemulle mit drei jungen Kostümbildnerinnen ihre Arbeit auf und fertigte
farbenfrohe Kostüme, die vom Roccoco bis zur Moderne reichten. Dabei konnte sie
auf Kostüme aus dem Fundus des Theater Chemnitz und des Bundestheater Wien
zurückgreifen.
Das Bühnenbild - zwei bis fünf Meter hohe, bewegliche Wände - wurde
zeitgleich in der Bayreuther Stadthalle gebaut.
Ab 5. April zog die gesamte Produktion in die Stadthalle um, so dass die
intensive Vorbereitung auf die drei Aufführungen beginnen konnte.
Vom 10. bis zum 12. April fanden Audioaufnahmen durch den Bayerischen Rundfunk statt, der eine CD mit der ersten deutschen Gesamteinspielung der „Verlobung im Kloster" produzieren wird. Für die Sänger und Musiker drei Tage intensiver Arbeit, durch die sie den letzten musikalischen Schliff für die Aufführungen erhielten.
Die drei Aufführungen fanden positive Resonanz in der Bayreuther Öffentlichkeit: ca. 1300 Zuschauer sahen „Die Verlobung im Kloster". Der Erfolg des Projekts spiegelt sich auch in der oberfränkischen und überregionalen Presse wider - auch Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur berichteten über das Ereignis.



