Johannes Brahms, 1. Serenade in D-Dur mit modernem Ballett
unter der Leitung von Nicolaus Richter und Thierry Massin
vom 3. bis 15. August 1993
in Köln
"Quand la femme descendra" - Eine musikalische Liebesgeschichte im Spannungsfeld der Elemente Luft und Erde: Die Erde richtet ihre Augen nach oben und entdeckt ihre Liebe zur Luft. Diese lässt sich verführen, die Augen auf die Erde gerichtet.
Das 8. Musiktheater-Atelier des forums fand in der Kölner Musikhochschule statt. Knapp zehn Tage lang erarbeitete ein rund 50-köpfiges deutsch-französisches Orchester unter der Leitung von Nicolaus Richter die "1. Serenade in D-Dur" von Johannes Brahms.
Parallel hierzu gestaltete das Ballettensemble Amble aus Paris eine von ihrem Leiter Thierry Massin entworfene Choreographie zur Serenade unter dem Titel "Quand la femme descendra?" - eine musikalische Liebesgeschichte im Spannungsfeld der Elemente Luft und Erde. Beendet wurde die zweiwöchige intensive Arbeitsphase in Köln mit einem öffentlichen Abschlusskonzert in der Musikhochschule und einer zweiten Aufführung auf dem Bonner Marktplatz beim Bonner Sommer.
Nur einen Monat später, genauer gesagt vom 8. bis 13. September 1993, wurde das Projekt anlässlich des 30-jährigen Bestehens des DFJW noch einmal aufgenommen und im Rahmen des Kulturfestes des DFJW in Saarbrücken ein weiteres Mal einem großen Publikum präsentiert.
Künstlerische Leitung
Nicolaus Richter (D)
studierte Violine an der Hochschule für Musik Köln. Seine Orchesterkarriere führte ihn nach Bonn in das Orchester der Beethovenhalle, nach Köln in das Gürzenich-Orchester, zu den Düsseldorfer Symphonikern/Deutsche Oper am Rhein und in das Orchester der Bayreuther Festspiele. Er spielte unter Karl Böhm, Carlos Kleiner, Pierre Boulez und Sir Colin Davis.
Seit 1980 ist Nicolaus Richter Leiter der Musikschule Bayreuth. Er ist Dirigent des von ihm gegründeten Bayreuther Kammerorchesters, wurde von zahlreichen Orchestern als Gastdirigent verpflichtet und leitet seit vierzehn Jahren das Orchester des deutsch-französischen forums junger kunst, mit dem er sowohl Werke der sinfonischen Literatur als auch Opern einstudierte. Nicolaus Richter ist seit Jahren Juror beim Wettbewerb "Jugend musiziert" auf Regional-, Landes- und Bundesebene. Zudem ist er Dozent im Haus Marteau und für die Jeunesses Musicales auf Schloss Weikersheim.
Thierry Massin (F)
erlernte die Grundlagen des klassischen Tanzes bei Suzanne Oussov. Seine Technik vervollständigte er bei Huguette Devanel und Daniel Franck von der Opéra de Paris. In seinem ersten Engagement 1980 am Teatro Communale di Firenze arbeitete er unter Eughenio Poliakov mit Rudolph Nurejew und Paolo Bertoluzzi zusammen und erhielt seine erste Hauptrolle in "Coppelia". In dieser Zeit beschäftigte sich Thierry Massin mit klassischen Choreographien (u.a. "Bilder einer Ausstellung", "Stabat Mater"). 1982 tanzte er mit dem Chicago City Ballett den "Feuervogel" von George Balanchine. 1984 ging er als Solist zum Grand Ballet du Théâtre de Genève. Zunehmend entwickelte sich sein Interesse für das moderne Ballett und er schloss sich der Truppe von Quentin Rouillier an. 1986 gründete er seine eigene Ballettgruppe Amble für Modernes Ballett, mit der er Europa bereist. In seinen Produktionen versucht er, die völlige Synthese aus Oper und Tanz herzustellen: beide Kunstformen fließen unzertrennbar in die neue Form eines "spectacle" zusammen.


