"Trinationales Zirkus-Atelier II"
mit Alexandra Hong, Nadja Assenova, Stefan Cassani und Alexandre del Perugia
vom 1. bis 11. September 2000 in Pontempeyrat (Massif Central)
Wie schon während der ersten Arbeitsphase des trinationalen Zirkus-Ateliers in Bayreuth stand auch bei der zweiten Begegnung in der Künstlerbegegnungsstätte Pontempeyrat die Vermittlung von Techniken im Vordergrund. Allerdings fand diesmal keine öffentliche Abschlussaufführung statt; der Schwerpunkt lag folglich noch mehr auf dem Arbeitsprozess selbst.
Die Arbeitsphase des Zirkus-Ateliers in Pontempeyrat verlief außerordentlich erfolgreich: Bis zu zehn Stunden pro Tag bildeten sich die 24 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Bulgarien in den Bereichen Akrobatik, Clownerie und Pantomime fort. Da gerade im Bereich Akrobatik ein umfangreiches Arbeitsmaterial zur Verfügung stand (Bälle, Trapez, Trampolin, Hochseil etc.), war Pontempeyrat - mit seinem großen Zirkuszelt - wie geschaffen für ein intensives Zusammenarbeiten junger Künstler. Diese empfanden sowohl das Entdecken der Arbeitsweisen der Partnerländer bereichernd, als auch die Tatsache, dass jeder Teilnehmer die Gelegenheit bekam, seine Kenntnisse in den Disziplinen zu vertiefen, die normalerweise nicht seinen Hauptarbeitsbereich darstellten.
Künstlerische Leitung
Alexandra Hong (BUL)
geboren 1961 in Uzbekistan, hat nach ihrem Studium der russischen Philologie und nach ihrer Mitwirkung in mehreren Kinofilmen in Moskau ein Schauspieldiplom erworben. An der Academy of Theatre and Film Arts in Sofia spezialisierte sie sich auf Pantomime und ist seit 1985 dort auch Dozentin für dieses Fach. Alexandra Hong war in zahlreichen bulgarischen Inszenierungen als Choreographin tätig und hat sieben eigene Produktionen auf die Bühne gebracht, darunter "Labirinthus" (1998-99), ein von ihr selbst gespieltes Ein-Frauen-Stück. In der 1996 gegründeten Show-Gruppe The Mask trat sie als Solotänzerin, Clown, Mime und Sängerin russischer Zigeunerlieder auf.
Nadja Assenova (BUL)
geboren 1971 in Bulgarien, hat 1998 in Sofia ein Diplom in Pädagogik erworben und parallel dazu eine Schauspielausbildung mit Schwerpunkt Pantomime an der Academy of Theatre and Film Arts in Sofia erfolgreich abgeschlossen. Neben ihrer Tätigkeit als Mimen- und Tanzlehrerin (u.a. am Sunflower Arts House) ist sie in zahlreichen Stücken im In- und Ausland als Mime und Tänzerin aufgetreten, darunter auch in mehreren Eigenproduktionen wie beispielsweise dem Stück "Wretchedness" (1999).
Stefan Cassani (D)
absolvierte, nach einem Sportstudium in München, bei Maria Thanhoffer in Wien und an der School of Mime and Physical Theatre bei Desmond Jones in London eine Pantomimen- und Clownsausbildung. Seit vielen Jahren gibt er Workshops in Körpersprache und Clownstechnik und produziert regelmäßig eigene Stücke für Kinder und Erwachsene. Bei Keith Jones (Kanada) besuchte er einige Seminare in Improvisation. 1998 beendete er eine vierjährige Weiterbildung zum Feldenkrais-Pädagogen.
Alexandre del Perugia (F)
hat nach seinem Sportstudium in Montpellier Kurse bei dem Mimen Etienne Decroux absolviert und anschließend zwei Jahre die Hochschule für Zirkus und Pantomime in Paris besucht. Seine Engagements führten ihn u.a. an die Oper von Paris, wo er mehrere Jahre als Akrobat, Degenfechter und Mime tätig war. 1988 gründete er die Mimen-Schule Ecole du Passage in Paris und gibt seitdem Akrobatik- und Pantomimen-Kurse. Mit Léos Carax begleitete er 1989 bis 1993 als Coach Juliette Binoche für den Film "Die Liebenden von Pont Neuf". Alexandre del Perugia ist unter anderem Ausbilder am Centre National de Danse Contemporaine in Angers, am Centre National des Arts du Cirque in Chalon en Champagne sowie an der Ecole Nationale Supériere des Arts et Techniques du Théâtre.


